Forschung und Lehre

Projekte zu Journalistik , Online-Journalismus, Redaktionsforschung, Journalistenausbildung und Wissenschaftsjournalismus.

 

Journalistik und Journalismusforschung: Geschichte, Theorie und Praxis des Journalismus

Für das Lehrbuch „Journalistik“ habe ich Theorien, Methoden und die vielfältigen Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaft systematisch zusammengetragen und didaktisch für die Reihe „UTB basics“ aufbereitet. Besonderes Augenmerk liegt – im Gegensatz zu bisherigen Lehrbüchern in diesem Bereich – auf Konzepten und Projekten anwendungsorientierter Journalistik und Journalismusforschung.

 

Online-Journalismus und Multimedia-Produktion: neue Darstellungsformen und Arbeitsweisen

Wie verändert sich das „Story-Telling” im Web? Welche innovativen journalistischen Formen und Konzepte schöpfen die Potenziale des Internet aus? – Aktualität, Darstellungstiefe, Usability, Interaktivität und Multimedialität sind Schlagworte, die die neuen Möglichkeiten und Herausforderungen umreißen. 

Im internationalen Forschungs- und Lehrprojekt “Praktischer Internet-Journalismus” wird seit 1997 beschrieben, erprobt und getestet, wohin die Reise des Journalismus im Internet geht. Partner für meine Publikationen, Workshops und Tagungen sind u.a. in der Schweiz, in Österreich, Dänemark, Irland und Singapore. Zum Projekt gehören Coachings und Beratungen in Redaktionen ebenso wie wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Beispiele für Lehrprojekte zu Internet-Formaten:

  • In Kooperation mit der Deutschen Welle haben Studierende im dritten Semester Online-Journalismus im Januar 2007 ein umfangreiches, multimediales Web-Dossier zum Thema “Neue Kriege” produziert. Lorenz Lorenz-Meyer betreute das Projekt zusammen mit mir.
  • Das Campusmagazin ist ein Web-Projekt des Studiengangs Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt. Ein Team des zweiten und des dritten Semesters berichtet regelmäßig über aktuelle, wissenswerte und nützliche Themen aus Darmstadt, Dieburg und der Hochschule (seit 2002).
  •  Ähnliche, frühere Lehrprojekte an der Katholischen Universität Eichstätt sind unter dem Titel „ei- das Eichstätter Internet Magazin” zu finden (1997 bis 2000).
  • Forschungs- und Lehrprojekt „Trimediales Publizieren” (2002): Drittmittelprojekt an der Hochschule Darmstadt in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft „Nassauische Heimstätte”, Frankfurt, und der „SICOM Informatik”, Hamburg. Wir produzierten mit einem crossmedialen CMS Themen für verschiedene Ausspielkanäle: für den Computer-Bildschirm via Internet, für den Fernseh-Bildschirm via Interaktives TV und daneben auch für eine Print-Zeitschrift. Es wurde experimentell getestet, wie ein Thema crossmedial für verschiedene Plattformen produziert werden kann. Am Ende erforschten wir explorativ das Nutzerverhalten in einem Testfeld in einer Frankfurter Siedlung, die mit interaktiven (rückkanalfähigen) Breitbanddiensten (via TV-Kabel) ausgestattet ist.

 

Redaktionsforschung und Innovationen im Redaktionsmanagement

Kernproblem innovativen Redaktionsmanagements sind die starren Ressort- und Mediengrenzen: Redakteure arbeiten nur für die eigene Sparte/Sendung. Neue Konzepte wollen dagegen das Planen, Recherchieren und Schreiben für das gesamte Blatt/Programm fördern: mit ressortübergreifenden und crossmedialen Projekt-Teams, einem gemeinsamen Newsdesk oder Newsroom oder der Rollentrennung zwischen Reporter und Editor. Eingebettet sind die Forschungsprojekte in eine Analyse zentraler Trends und Strategien zum Themenbereich Konvergenz und Crossmedia.  

Wie viele Redaktionen arbeiten mit neuen Strukturen? Welche Strategien ergreifen Sie dabei? Und wie erfolgreich sind sie? In der Dissertation und in vielen Folgeprojekten wurden die alten und neuen Ressortstrukturen erforscht und evaluiert, um eine Theorie zu entwickeln, wie über neue redaktionelle Strukturen die journalistische Qualität verbessert werden kann. Die Ergebnisse wurden publiziert – in einem Buch, in Aufsätzen und in Vorträgen – und werden für konkrete Beratungsprojekte verwendet.

Beispiele für Forschungs- und Lehrprojekte zum Redaktionsmanagement:

  • Zwischen 2004 und 2006 wurde die neue Newsroom-Struktur der Austria Presse Agentur (APA) in Wien erforscht – anwendungsorientiert mit Beratung der Chefredaktion.  Erstmals konnte mit einer Langzeitstudie der redaktionelle Innovationsprozess einer großen Redaktion umfassend analysiert werden (Methoden: mündliche und schriftliche Befragungen, Redaktions­beobachtung).
  • Von 2007 bis 2009 läuft ein ähnliches Projekt mit der Schweizerischen Depeschenagentur (sda) in Bern.
  • In einem Drittmittelprojekt zusammen mit der weltweiten Verlegerorganisation IFRA, Darmstadt, und dem Content Management System-Hersteller CCI Europe, Dänemark, haben wir fünf Zeitungsredaktionen auf ihrem Weg zu crossmedialem Arbeiten (Welt Berlin, Südkurier Konstanz, HNA Kassel, Stadt-Anzeiger Köln und Handelsblatt Düsseldorf) analysiert. Die Studie wurde im Wesentlichen in einem Forschungslehrprojekt mit Studierenden durchgeführt. Ergebnis war ein IFRA research report und eine multimediale Website zu „Crossmedialen Redaktionen in Deutschland” (2007/08).
  • „Newsroom Convergence. New models of newspapers’ editorial organization – an international comparison”: In Kooperation mit dem Medienhaus Wien, Österreich, (Dr. Andy Kaltenbrunner, Dr. Daniela Kraus) und der Universidad Miguel Hernandes Elche, Spanien, (Prof. Dr. José Alberto Garcia Avilés, Dr. Miguel Carvajal). Die Studie wird von der KommAustria (Presseförderung in Österreich) gefördert. Ziel ist es, neue Modelle der crossmedialen Redaktionsorganisation komparativ zu analysieren – im Vergleich von Spanien, Österreich und Deutschland (2007 bis 2009).

 

Journalistenausbildung im digitalen Zeitalter: Herausforderungen und neue Konzepte in Theorie und Praxis

Erforschung neuer Anforderungen an die Journalistenausbildung durch veränderte gesellschaftliche, technische und ökonomische Rahmenbedingungen. Entwicklung und Erprobung innovativer Lehrprojekte/Lehrredaktionen – insbesondere zum Themengebiet Online-Journalismus. Konzeption und Aufbau neuer interdisziplinärer Studiengänge (Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus). Gutachter in Akkreditierungsverfahren neuer Studiengänge an sechs Hochschulen für die Agenturen Aqas, Acquin, Fibaa und ZEvA.

Diese Erfahrungen wurden in Publikationen und Vorträgen verarbeitet und weitergegeben.

 
Wissenschaftsjournalismus: Berufsfeld, Trends, Qualifizierung

Eine Studie, die von der Hochschule Darmstadt finanziert wurde, befasste sich mit der Situation und den Trends des Wissenschaftsjournalismus und der Wissenschafts-PR (2003 bis 2005). Unter dem Titel „Die Zukunft der Wissenschaftskommunikation” gingen wir u.a. der Frage nach, ob und wie Wissenschaftsthemen immer stärker aus den Ghettos der Wissenschaftsseiten und Wissenschaftssendungen ausbrechen und in allen Ressorts, Sendungen und Programmen eine wichtige Rolle spielen, weil sie zentrale Lebensvorgänge berühren, den Alltag der Menschen betreffen und Politik, Wirtschaft und Kultur beeinflussen. Vor allen bei den so genannten Life Sciences handelt sich um Querschnittsthemen, die quer zur klassischen Ressorteinteilung liegen.

Die Studie ist im Heft 2/2005 der Fachzeitschrift „Publizistik” erschienen. Sie war Grundlage für das Konzept eines neuen interdisziplinären Bachelor-Studiengangs. Das Konzept wurde in einem Wettbewerb von VolkswagenStiftung, Bertelsmann Stiftung und BASF AG im Jahr 2004 mit insgesamt ca. 177.000 Euro prämiert.

Schon meine Diplomarbeit hatte sich mit dem Wissenschaftsjournalismus - speziell mit innovativen Recherchemethoden - beschäftigt.

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